Pressemitteilung
22.01.2025

Optimierte Wahlprognosen: Datenbasierte Einblicke in Deutschlands Zukunft

Wahlprognose für die kommende Bundestagswahl 2025

Eine neue Studie unter der Co-Leitung von Simon Munzert, Professor für Data Science und Public Policy, zielt darauf ab, die Prognosen für das deutsche Mehrparteiensystem grundlegend zu verändern.

Berlin, 22. Januar 2025. Die diesjährige Bundestagswahl in Deutschland verspricht,ereignisreich zu werden. Mehrere etablierte Parteien riskieren, an der 5%-Hürde des Bundestages zu scheitern. Mit nur noch einem Monat bis zur Wahl arbeiten Wissenschaftler:innen der Hertie School sowie ihrer Partner:innen von der Universität Mannheim und der Universität Witten/Herdecke daran, die Prognosen für Mehrparteienwahlen in Deutschland zu verbessern.

Das seit 2017 aktive Projekt Zweitstimme ist eine kollaborative Initiative, die darauf abzielt, die Wahlvorhersagen in Deutschland zu optimieren. Simon Munzert, Professor für Data Science und Public Policy sowie Direktor des Data Science Lab, ist der Hauptverantwortliche der Hertie School für dieses Projekt. Das neueste und ambitionierteste Modell von Zweitstimme wird Fluktuationen vor dem Wahltag analysieren, die Unsicherheiten in aktuellen Umfragen bewerten und die Chancen einzelner Kandidat:innen auf einen Sitz im Bundestag untersuchen.

Zweitstimme kombiniert Umfrage- und demografische Daten

Anstatt sich ausschließlich auf veröffentlichte Umfrageergebnisse zu stützen, nutzt das Projekt ein Modell, das Umfragen mit historischen und regionalen Daten auf Bezirksebene kombiniert. Mit diesem Ansatz hoffen die Forscher:innen, Vorhersagen zu liefern, die regionale Unterschiede und die Zusammensetzung der Bevölkerung berücksichtigen.

„Wahlumfragen geben Wählerinnen und Wählern wertvolle Informationen an die Hand. Sie sind Teil des Willensbildungsprozesses. Gleichzeitig bilden sie nur aktuelle Stimmungen ab. Mit unserem Vorhersagemodell versuchen wir, aus diesen und anderen Daten mehr über den Ausgang der Wahl sagen zu können,“ erklärt Munzert.

Die Initiative integriert auch innovative Methoden wie die „Weisheit der Vielen“, welche individuelle Unsicherheiten in die Vorhersagen einbezieht und so deren Zuverlässigkeit verbessert. Die Online-Plattform Zweitstimme dient als zentraler Knotenpunkt des Projekts. Sie veröffentlicht Forschungsergebnisse, bietet tägliche Updates zu Wahlprognosen, interaktive Visualisierungen und Experten in regelmäßigen Blogbeiträgen.

Das Projekt untersucht den Umgang der Bürger:innen mit Umfragen

Neben der Vorhersage von Wahlergebnissen widmen sich die Forscher:innen von Zweitstimme auch zwei zentralen Fragen: Wie sollten Umfragen und Prognosen der Öffentlichkeit vermittelt werden? Und welche Auswirkungen haben Wahlumfragen auf politische Entscheidungsprozesse und Wahlkampfstrategien? Um diese Themen zu erforschen, befragt das Team Hunderte von Journalist:innen, Wahlkreis-Kandidat:innen und deren Teams.

„Mit unserer Studie können wir erstmals umfangreich Daten dazu erheben, welche Erwartungen Wählerinnen und Wähler zum Ausgang der Bundestagswahl haben und wie sie mit Umfragen umgehen. Wir hoffen, dadurch zu lernen, wie Umfragen und Vorhersagen noch besser kommuniziert werden können,“ erklärt Munzert.

Weitere Informationen

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert und zusammen mit Partner:innen von der Universität Mannheim und der Universität Witten/Herdecke durchgeführt.

Für die neuesten Prognosen und Analysen besuchen Sie zweitstimme.org.

 

Pressekontakt

Nick Cosburn, Pressereferent
+49 (0)160 911 66 983
[email protected]