Pressemitteilung
15.01.2025

Bundesregierung veröffentlicht Familienbericht unter Leitung von Michaela Kreyenfeld

Zusammen mit Bundesfamilienministerin Lisa Paus hat Hertie-School-Professorin Michaela Kreyenfeld heute den offiziellen Familienbericht der Bundesregierung vorgestellt. Er beleuchtet die Vielfalt von Familien und fordert Reformen zur Verringerung des Armutsrisikos für Alleinerziehende.

Berlin, 15.01.2025. Alleinerziehende sind deutlich stärker von Armut bedroht als Paarhaushalte. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse des neuen Familienberichts, der heute von Bundesfamilienministerin Lisa Paus und der Hertie School-Professorin für Soziologie Michaela Kreyenfeld veröffentlicht wurde. Der Bericht: „Unterstützung allein- und getrennterziehender Eltern und ihrer Kinder“, untersucht insbesondere die sozialen, rechtlichen und ökonomischen Herausforderungen für allein- und getrennterziehende Eltern in Deutschland.

Michaela Kreyenfeld, Professorin für Soziologie an der Hertie School hat als Vorsitzende der zuständigen Sachverständigenkommission maßgeblich an der Erstellung des Berichts mitgewirkt. Der von Familienministerin Paus berufenen Kommission gehören bundesweit führende Expert:innen aus den Bereichen Soziologie, Pädagogik und Ökonomie an.

Licht ins Dunkel der Familienvielfalt

Der Bericht offenbart große Lücken in den Statistiken zu Alleinerziehenden und getrennt lebenden Eltern. Obwohl es in Deutschland 1,7 Millionen Alleinerziehende gibt, fehlen offizielle Daten dazu, wie oft ihre Kinder von einem Elternteil erzogen werden oder Zeit mit dem anderen verbringen „Elternschaft hört nicht bei Trennung und Scheidung auf. Wir brauchen eine umfassende Rechtsreform, die die Diversität der Familienrealitäten besser abbildet“, so Professorin Kreyenfeld.

Der Bericht liefert auch Zahlen über das Armutsrisiko von Alleinerziehenden oder getrennt lebenden Eltern, insbesondere von allein erziehenden Müttern. Für Frauen mit Kindern unter drei Jahren wurde ein besonders hohes Risiko festgestellt; außerdem ist das Armutsrisiko für eine alleinerziehende Mutter um 60 % höher als für einen alleinerziehenden Vater. Im Jahr 2023 erhielt mehr als jeder dritte Alleinerziehende Sozialtransfers, verglichen mit weniger als einer von zehn Paarfamilien.

 


Wirtschaftliche Hindernisse angehen

Steigende Mieten und beengte Wohnverhältnisse stellen laut Bericht erhebliche Herausforderungen für Alleinerziehende und getrennt lebende Eltern dar. Die Sachverständigen empfehlen unter anderem Maßnahmen wie Mietnachlässen und Subventionen, um sicherzustellen, dass Alleinerziehende Zugang zu erschwinglichem Wohnraum haben.

„Es muss etwas gegen die anhaltend hohen Armutsquoten von Nachtrennungsfamilien getan werden.  Das Armutsrisiko von Alleinerziehenden liegt etwa dreimal so hoch wie jenes von Paarfamilien. Ein wichtiger Schlüssel zur Bekämpfung des Armutsrisikos bleibt eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuungsinfrastruktur. In Zeiten von Fachkräftemangel und Budgetkürzungen stellen sich hier neue Herausforderungen“, erklärt Michaela Kreyenfeld.

Hintergrundinformationen

Der 'Familienbericht' wurde im Auftrag des Deutschen Bundestages erstellt, der die Bundesregierung verpflichtet, mindestens alle zwei Legislaturperioden eine umfassende Analyse der Familiensituation vorzulegen. 

Die Kommission unter dem Vorsitz von Professor Kreyenfeld setzt sich aus Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen zusammen und hat das Ziel, die Aufmerksamkeit auf die sich verändernden Realitäten des Familienlebens in Deutschland zu lenken und Empfehlungen für wirksame politische Lösungen zu geben.

Link zur Website des Ministeriums für den gesamten Bericht

 

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